Memory
Living Dance Studio
Performance mit englischen Untertiteln
Fragen zu Chinas Kulturrevolution unter Mao sind im chinesischen Alltag heute ein unausgesprochenes Tabu. Nach vorne schauen lautet die Devise. Sie sind jedoch Ausgangspunkt der jüngsten Arbeit der Choreografin und Tänzerin Wen Hui. Ihre Kindheit verbrachte sie zwischen dem Diktat kommunenähnlicher Lebensgemeinschaften und der Entdeckung von Individualität. Gemeinsam mit der Tänzerin Feng Dehua entwickelt Wen Hui die eindrucksvolle achtstündige Performance «Memory», die sich der kreativen Kraft unseres Körpergedächtnisses widmet. Eingeschlossen wie in einem Cocon aus durchscheinender Gase entfalten die beiden Künstlerinnen einen ganz und gar eigentümlichen, konzentriert kontemplativen Sog auf unseren Blick, der sich seinen Weg durch die Gaze und durch Projektionen mit Interviews von Zeitzeugen und Ausschnitten des Dokumentarfilms «My Time in the Red Guards» von Wu Wenguang bahnt. Was uns zunächst fremd und ganz fern unserer eigenen Wirklichkeit erscheint, führt uns jedoch Schritt für Schritt an die immer drängendere Frage heran: Wie selbstbestimmt ist eigentlich unser eigenes Denken und in welchem Mass sind wir selbst das Ergebnis von Sozialisation und Ideologie?
Die Compagnie Living Dance Studio steht exemplarisch für die chinesische Perfomance-Szene. Gemeinsam mit dem Dokumentarfilmer Wu Wenguang gründete Wen Hui Mitte der 1990er Jahre die Compagnie ohne staatliche Zuschüsse in Peking. Vor drei Jahren eröffnete sie dort ein eigenes Zentrum für Performing und Video Arts, das rege Kontakte zu einer Vielzahl von europäischen Künstlern pflegt.
Während Vorstellung kommen und gehen jederzeit möglich!
Choreografie Wen Hui Mit Feng Dehua, Wen Hui Musikkomposition Wen Bin Dramaturgie und Videodesign Tian Tao Kostüme Liu Xiaohong Produktion Living Dance Studio Koproduktion Centre National de la Danse Pantin, Biennale de la Danse Lyon Gefördert durch Stadt Zürich Kultur, Botschaft von Frankreich in China, Festival Croisement
