Eintritt jederzeit möglich (20 - 23 uhr)!
Wir retten Zürich - Eine Evakuierung
20 Jahre Gessnerallee
Evakuierungscamp
Im Rahmen der Zürcher Festspiele
Als wir vor anderthalb Jahren erstmals die Frage «Wer - oder was - rettet Zürich?» gestellt haben, wäre wohl jeder zum Schwarzmaler erklärt worden, der Europa eine so düstere Zukunft vorausgesagt hätte, wie sie sich heute darstellt. Wie mag die Welt, wie wird Europa wohl in weiteren anderthalb Jahren ausschauen? Und was wird aus der Schweiz, was aus Zürich? Geht das alles gut? Und wenn ja, wie lange noch?
Die KünstlerInnen der Gessnerallee haben sich weder durch gängige Clichés über Zürich noch durch die öffentliche Selbstdarstellung der Schweiz aus dem Munde ihrer offiziellen Repräsentanten leiten lassen. Bei ihrer Wahl, welcher Person oder Personengruppe, welchen Eigenschaften und welchen Phänomenen sie die Rettung Zürichs zutrauen, haben sie sich allein durch ihren subjektiven Blick und ihre Intuition leiten lassen. Die Evakuierung als Zusammenschau der Projekte, die sie im Verlauf der letzten 12 Monate mit unzähligen Mitwirkenden realisiert haben, entwirft ein ungewohntes Bild von Zürich und seinen BewohnerInnen. Ihr Kaleidoskop der Retter Zürichs ist voll von Ideen, Fragen, Haltungen und engagierten Einmischungen. Die Fülle an Lebensentwürfen und der Reichtum, den alle diese denkend Handelnden für unsere Stadt darstellen, mögen Mut machen. Nur was, wenn ihre Stimmen in Zukunft gar nicht gehört werden?
1
serioushobbys / Hideto Heshiki
Notes from the Pool
2
Laura Kalauz und Marina Belobrovaja
Graumarkt
3
Verein Bildung für Alle - Autonome Schule Zürich -
Kollektiv Bleiberecht Zürich
B & B für Alle!
4
kraut_produktion / Michel Schröder
Zwinglistübli
5
First Cut Productions / Phil Hayes, Susanne Hofer, Janina Offner, Thomas Peter
Die Geister vom Bahnhof Wiedikon
7
mikeska:plus:blendwerk
Linie 31
9
Andreas Liebmann und Marcel Schwald
Kuscheln mit Deutschen oder: benehmt euch, keine Angst, wir sinds nur!
10
Salome Schneebeli
No thugs in our house
11
OONA project / Marisa Godoy
Lauter Zürich
1
serioushobbys / Hideto Heshiki
Notes from the Pool
Das Hallenbad City wurde im Mai 2010 wegen eines zweijährigen Umbaus geschlossen. Ein herber Verlust für «altmodische» Tugenden wie DISZIPLIN und TEAMGEIST. Die Schwimmer des Aquatic Master Teams suchen nun eine neue Bleibe und erschaffen darum auf der Theaterbühne ihren stilisierten Pool. In der Luft hängend verwandeln sich ihre Schwimmbewegungen zu schwebenden Skulpturen. Sowohl die Synchronität der Gruppe als auch die Einzigartigkeiten der jeweiligen Sportler bekommen in diesem modernen Unterwasser-Ballett ihren Raum. Umgeben von sanft pulsierenden Klängen und fliessenden Projektionen verwischen die Grenzen zwischen Schweben und Schwimmen: Eine Einladung zum Abtauchen.
Choreografie Hideto Heshiki Mit Nurya Egger, Hideto Heshiki, Mirjam Müller und SchwimmerInnen des Aquatic Master Team, u.a. Stefan Lüthi, Beat Schilt, Marek Salwa Musik Christian Buck / melkbook Video Oliver Neubert Organisation Fiona Zolg
nach oben ^
2
Laura Kalauz und Marina Belobrovaja
Graumarkt
Ist Zürich jenseits des Kapitals überhaupt zu denken? Auch nach dem Kollaps der Finanzmärkte behaupten ExpertInnen, dass es ohne SPEKULATION kein Wachstum und ohne Wachstum keinen Kapitalismus gibt. Ist unser Wunsch nach Abgrenzung von den trügerischen Machenschaften der Finanzwelt und einer klaren Beurteilung der Schuldigen berechtigt? Oder tragen wir alle nicht vielmehr zum Weiterbestehen eines Systems bei, das auf der Logik von Angebot und Nachfrage, von Gewinn und Verlust beruht? Laura Kalauz und Marina Belobrovaja laden SpezialistInnen aus verschiedenen Bereichen der Ökonomie und Politik zu kurzen Statements zum Begriff der Spekulation ein.
Konzept und Umsetzung Laura Kalauz, Marina Belobrovaja Mit Corine Mauch, Dr. Marco Salvi, Dr. Peter Brugger, Dr. Peter Streckeisen, Dr. Armin Chodzinski, u.a.
nach oben ^
3
Verein Bildung für Alle - Autonome Schule Zürich -
Kollektiv Bleiberecht Zürich
B & B für Alle!
Unter der Forderung BLEIBERECHT UND BILDUNG FÜR ALLE! treten das Kollektiv Bleiberecht Zürich, die Autonome Schule Zürich, der Verein Bildung für Alle und die Zürcher Theatergruppe KMUProduktionen zusammen auf. Bleiberecht engagiert sich für die Ausgabe von Aufenthalts- und Arbeitsbewilligungen an illegalisierte MigrantInnen (Sans-Papiers). Die Aktionen gipfelten 2008/09 in der Besetzung der Predigerkirche, aus der unter dem Dach der Autonomen Schule Zürich kostenlose Deutschkurse und der Verein Bildung für Alle hervorgingen. Das Stück, das die Theatergruppe der Autonomen Schule in Zusammenarbeit mit Tim Zulauf zeigt, bezieht Stellung gegen die praktizierte Asylpolitik. Dazu gibt es Film-Screenings und ein offenes Gespräch mit MigrantInnen und AktivistInnen.
Mit AktivistInnen des Vereins Bildung für Alle, der Autonomen Schule Zürich, dem Kollektiv Bleiberecht Zürich und Tim Zulauf / KMUProduktionen
nach oben ^
4
kraut_produktion / Michel Schröder
Zwinglistübli
kraut_produktion lädt zum Kaffeeklatsch mit Gästen, Bier und Video. Wir liegen auf Sofas rum und hören Andere über alternative Lebensentwürfe reden und reden ggf. auch selber mit. Auf Video und Super8 erhalten wir Einblicke in die Stadtseele, die uns bislang vielleicht eher verschlossen waren und manchmal vielleicht auch lieber verschlossen geblieben wären. MENSCHEN WIE DU UND ICH - moderiert, serviert und visualisiert im Wohnzimmer von kraut_produktion.
Von und mit Michel Schröder, Roland Schmidt, Sandra Utzinger
nach oben ^
5
First Cut Productions / Phil Hayes, Susanne Hofer, Janina Offner, Thomas Peter
Die Geister vom Bahnhof Wiedikon
MENSCHEN, DIE SICH ERINNERN, was einmal war, erzählen der Kamera private Geschichten rund um den Bahnhof Wiedikon; Geschichten vom Ankommen und Weggehen, von erster Liebe und letzten Worten, Geschichten, die bisher nie ins Licht der Öffentlichkeit gerückt wurden. An vier kalten Abenden im Januar 2010 wurde der einstündige Film als Installation im Bahnhof gezeigt. Es mischten sich Pendler und Vorbeiziehende mit Menschen, die den Bahnhof nach vielen Jahren zum ersten Mal wieder besuchten, vor den Videobildern an der Wand der Bahnhofshalle. In der Gessnerallee wird die Installation mit einigen Gästen live wiederbelebt.
Konzept und Regie Phil Hayes Koordination und Interviews Janina Offner Interviews und Video Susanne Hofer Musik und Ton Thomas Peter Dank an Annamaria Würzburger, Hans Uster, Rosi Capello, Mona und Mario Lorenzetti, Hans Stocker, Aki Rickert und Ralf Schlatter, Ernst Marty, Heiri Gross, Urs Heinz Aerni und alle, die bereit waren ihre Geschichten zu erzählen
nach oben ^
6
PLASMA
Orchestrion
PLASMA hat den Anteil der Gesamtbevölkerung untersucht, der regelmässig alleine oder im Verbund mit Anderen TÖNE erzeugt. Zahlreiche Zürcher Orchester haben eine Tonleiter gespendet, die digitalisiert, sequenziert und gespeichert wurde, um zu gewährleisten, dass auch nach dem Untergang Zürichs noch mit den Tönen der Instrumentalisten dieser Stadt Musik erzeugt werden kann. PLASMA präsentiert mit Orchestrion ein Vehikel, das die Töne und Bilder aller erfassten Orchester zu einem Zürcher Gesamtorchester vereinigt; ein Metainstrument, welches dem Zuschauer erlaubt, mittels Tastenanschlag zwischen Schwammendingen und Wollishofen musikalisch zu navigieren. Bis zum 03.07. kann man die 0800 672437 (0800 ORCHES) wählen und verschiedene Zwischenprodukte des ORCHESTRION-Projekts hören!!
Von Jan Ratschko und Lukas Bangerter Mit einer statistisch signifikanten Gruppe von Zürcher Laienmusikern
nach oben ^
7
mikeska:plus:blendwerk
Linie 31
Sie nehmen den Bus 31 vom Hegibachplatz zum Zürich HB. Oder starten aus der anderen Richtung: vom Hardplatz. Eine Fahrt mit der Linie 31 durchkreuzt die Stadt als Ganzes und schärft die Sicht für die UNTERSCHIEDE IM EINZELNEN. Wer sind die Menschen, die täglich mit diesem Bus aus beiden Richtungen unterwegs sind, die den Bus miteinander teilen, sich aber nie begegnen? Aus persönlichen Begegnungen mit Fahrgästen des 31er haben mikeska:plus:blendwerk Audio-Portraits der jeweils anderen Seite entwickelt. Steigen Sie ein und lernen Sie die doppelte Welt des Busses 31 kennen!
Konzeption und Sound Bernhard Mikeska, Dominic Huber (blendwerk) Interviews Dominic Huber, Elvira Isenring, Bernhard Mikeska, Katja Trachsel Video Elvira Isenring
nach oben ^
Welcome to Company's first Zurich Hero Award! Ausgezeichnet werden Menschen, welche diese Stadt mit innovativen Ideen, Willenskraft und unermüdlicher Ausdauer bereichern und etwas Ausserordentliches für Zürichs Bevölkerung geleistet haben. Um ihre Errungenschaften zu würdigen, verleiht Company einen Preis für Zürcher ALLTAGSHELDEN. Es erwartet Sie eine kurzweilige Award Show, Heldenmusik, Champagner und vieles mehr. Lernen Sie die Preisträger kennen und feiern Sie mit ihnen bei uns an der Bar!
Konzept Alexandra Bachzetsis, Tina Bleuler Realisierung Tina Bleuler, Julie Egli Musik Lies Vanborm Moderation Catherin Störmer Dank an Ursula Stricker, Maurice Maggi, Esther Eppstein, Beat Kennel, Micha Lewinsky, Lisbeth Sippel, Susan Peter, Elisabeth Kehl, Marc Stähli, Roger Greminger, Daniel Höpflinger, Big Zis
nach oben ^
9
Andreas Liebmann und Marcel Schwald
Kuscheln mit Deutschen oder:
benehmt euch, keine Angst, wir sinds nur!
Vor 2100 Jahren schrieb Julius Cäsar: «Die Germanen gewöhnten sich allmählich daran, den Rhein zu überschreiten und in grossen Massen nach Gallien zu kommen. Das war, wie ich sah, eine Gefahr für das römische Volk». Über die Helvetier schrieb er: «Sie sind in fast tägliche Kämpfe mit den Germanen verwickelt, wenn sie diese von ihren Grenzen abwehren oder selbst in deren Land Krieg führen», aber auch: «Im Verhältnis zu ihrem Heldenruhm hatten die Helvetier ihrer Meinung nach ein zu kleines Land.» Und heute? Andreas Liebmann und Marcel Schwald laden zum Kuscheln auf ihr Matratzenlager ein, um gängige VORURTEILE zu ÜBERWINDEN.
Konzept Andreas Liebmann Realisation und Performance Marcel Schwald, Andreas Liebmann Mit Urs Honegger, Sigi Götz, Noreen Barkat, Martin Göbel, David Stettler u.a. Ausstattung Gabriela Neubauer
nach oben ^
10
Salome Schneebeli
No thugs in our house
Selbsternannte Utopisten und Transformer sammeln, ordnen, archivieren, dokumentieren und vergraben den ganzen Abend lang materielle wie auch geistige Schätze für die Nachwelt. Denn sie wissen eines: Die Katastrophe wird kommen. Was ist nachher noch wichtig? Braucht es einen Wiederaufbau? Wie schauen wir zurück? Wie denken wir voraus? Heisst konservieren die Zeit anhalten oder die Zeit beschleunigen? «No thugs in our house» ist kein elitäres Freundschaftsspiel, denn der Ernstfall ist schon lange eingetreten. JUGENDLICHE UTOPIEN sind die Schätze für unsere Nachwelt!
Von und mit Sophie Aeberli, Julie Agosti, Sophia Agosti, Julia Bärtschi, Katja Brunner, Lena Elbert, Morgane Ferru, Martin Gantenbein, Léa Jäggi, Camille Kolb, Heta Multanen, Noah Oliel, Salome Schneebeli, Maria Rebecca Sautter, Carlo Spiller, Nora Steiner
nach oben ^
11
OONA project / Marisa Godoy
Lauter Zürich
Kinder sind laut, subversiv und wissen, wie man stört, wie man Konventionen herausfordert, den Erwachsenen die Köpfe verdreht und wie man philosophiert. Und sie rocken! Deshalb hat OONA project acht Kinder eingeladen Zürich zu retten. Entstanden sind klingende Portraits von ihrer privaten und öffentlichen Umgebung. Die Kinder werden zu Protagonisten erklärt, zu musizierenden Stars, deren spielerische Weltwahrnehmung den produktiven KEIM DER SUBVERSION in sich birgt.
Von und mit Line Boser, Marisa Godoy, Caroline Minjolle, Claudia Raths, Roland Schmidt Kinder der Stadt Zürich Tim Aebersold, Mia Frick, Ben Glowacz, Lou Baron Band b-flat-5 Thomas Arnold, Damian Handwerker, Gion Grünberg, Andràs Kiss-Kuntler Konzept Marisa Godoy In Zusammenarbeit mit Mega!phon Kinder- und Jugendpartizipation Stadt Zürich
nach oben ^
Wie in jedem ordentlichen Evakuierungscamp gibt es auch bei uns eine Lagerleitung, die den Überblick hat und die Orientierung im Camp erleichtern soll. Lassen Sie sich von den Performern von Far A Day Cage durch den Abend führen, schliessen Sie sich einer Reisegruppe an und achten Sie auf die kleinen feinen Hinweise, die Ihnen möglicherweise einen besonderen Rettungsanker vor die Füsse werfen.
Von und mit Tomas Schweigen, Philippe Graff, Grazia Pergoletti, Jesse Inman, Linda Best
nach oben ^
**AUSSERDEM**
Zürich, worauf wartest du?
Fotos, Fragen und ein Gespräch
Ein Gruppe von Flaneuren kommt für eine Woche nach Zürich und befragt die Stadt. Zürich, bist du Ziel- oder Ausgangspunkt? Zürich, schaust du manchmal weg? Eine Fotoausstellung und der Fragenkatalog - im Stall 6 präsentiert - sind Ausgangspunkt für ein Gespräch mit Zürcher Stadtexperten.
3. Juli, 18 Uhr, Stall 6: Gespräch zwischen Koni Frei (Gastronom), Stephan Sigrist (W.I.R.E. [Web for Interdisciplinary Research & Expertise]), Andrea Thal (Les Complices) mit Angelus Eisinger und Gesa Ziemer (Studiengangsleitung Kultur der Metropole, HafenCity Universität Hamburg)
Von und mit Studierenden der HafenCity Universität Hamburg / Kultur der Metropole und Stadtplanung in Kooperation mit Bleiberecht Zürich
Parties im Stall 6: Überlebt? Dann gilt es abzufeiern mit den DJs Michèle Roten und Tinguely am 1. Juli, sistaesta am 2. Juli, Big Zis, Kalabrese und Robatronic am 3. Juli jeweils ab 23 Uhr
Raum Manuel Fabritz Technische Gesamtleitung Andreas Greiner Licht André Donzé, Jean-Pierre Müller Ton und Video Hans Jürg Hofmann Bühnenbau Kurt Brun, Joshua Imgrüth, Silvano Speranza Idee und Gesamtkonzept Niels Ewerbeck, Catja Loepfe, Gunda Zeeb Produktionsleitung Viktoria Popova Gefördert durch Lotteriefonds, Ernst Göhner Stiftung, Georg und Bertha Schwyzer-Winiker Stiftung, Zürcher Festspiele, Stadt Zürich Kultur
