Gessnerallee
Zürich

Mehr zu «Maschinen» von Piet Baumgartner und Rio Wolta, Premiere am 5. Oktober 2016

Maschinen (Detail) © Stefan Tschumi


Was bewegt den Filmemacher Piet Baumgartner zusammen mit dem Musiker Rio Wolta eine Raum-Inszenierung mit Musik, Film und Schauspiel zum Thema Maschinen zu machen?

Im Gespräch mit Rio Wolta und Piet Baumgartner

Anke Hoffmann (AH) : Was interessiert euch an Maschinen? 
Rio Wolta (RW): das Berechenbare. 
Piet Baumgartner (PB): die Menschlichkeit. 

AH: Könnt ihr das erklären? 
PB: Ich finde, Maschinen haben diesen Sog… Es sind Undinge.
RW: Wir sind ja hier vor allem von Menschen und Technik umgeben. Und momentan freunde ich mich gerade mit der Technik an, weil ihre Abläufe voraussehbar sind. Das ist beruhigend. 
PB: … und die Technik spricht nicht. Das finde ich eigentlich ganz schön. Ich mag diese monotonen Geräusche von Technik. 

AH: War das auch die Motivation ein Stück über und mit Maschinen zu machen? 
PB: Wir haben bei der Arbeit zum Musikvideo «Through my Street» von Rio Wolta’s Musik gemerkt, dass sich Maschinen - diese zwei Bagger - sehr poetisch zu Musik bewegen können. Aus dieser Erfahrung wollten wir aus dem kleinen YouTube-Videoformat ausbrechen. Die Ursprungsidee war dann, eine Live-Musikvideo-Performance zu machen, in der man mitten im Raum etwas überdimensional erfassen kann. Wir versuchen ein Raumgefühl mit grossflächigen Projektionen erschaffen. Maschinen sind visuell interessant … wie sich eine grosse Maschine beispielsweise irgendwo durchfrisst … 
RW: … und wie sie bedient wird. Wie die grossen Bagger von ‚kleinen‘ Menschen gesteuert werden. Durch Musik oder eben durch Film kann man die Bagger zu Monstern machen. 
PB: … oder eben auch kleiner und menschlicher. Vielleicht sind es das Metall oder die Farben, meistens aber ist es die Bewegung. Die Bewegungen eines Kranes zusammen mit Musik schafft eine Verdichtung und daraus entsteht eine Art Schönheit. 

AH: Euch interessiert also vor allem die Ästhetik der Maschinen, die Geräusche, die Bewegungen… In welchem Verhältnis stehen dann die grossen Maschinen, von denen ihr redet, zu den vielen kleinen, den digitalen Chips, die unser Leben heute organisieren? 
RW: Diese Chips sind ja in den grossen Maschinen drin, sie bedienen die grossen Maschinen. Wenn man will, kann man dafür heute auch in Sibirien sitzen und muss gar nicht mehr vor Ort sein.
PB: Es geht auch viel um Abläufe, Prozesse und Welten, auf die man trifft. Wir waren die letzten Wochen sehr viel unterwegs und haben Material gedreht. Und jetzt sind wir hier im Nordflügel. Wir haben versucht, diesen Raum immer mitzudenken. Die Arbeit soll wirklich für den Raum zugeschnitten sein, mit dieser wunderbaren Flucht, dem Holz, der Länge und diesem Eintauchen in die Bilder, dieser Sinnlichkeit. 
RW: Wir wollen versuchen zu faszinieren und zu berühren. Manchmal vergisst man, dass das Empfinden vor dem Denken kommt. Das beschäftigt uns gerade und damit arbeiten wir. 

Musikvideo »Through My Street»

Pressestimmen zum Musikvideo «Through My Street» von Piet Baumgartner zur Musik von Rio Wolta

«Ein Musikvideo in Perfektion. Noch selten schien mir ein Clip so gelungen. Hier hat
sich ein Team gefunden. Wenn es stimmt, dass die Evolution zu immer höherer
Perfektion strebt, dann sind Musikvideoclip-Teams nach diesem Film verloren:
Grandiose Charaktere, stimmungsvolle Story und ein Baggerballett schöner als
Natalie Portman in ‚Black Swan’.» – Thomas Balmer, SRF Virus

«Wie schon bei Blanket, kann Rio Wolta wiederum mit einem hinreissenden
Videoclip aufwarten.» – Markus Ganz, NZZ

«’You Should Follow Me, Faithful Friend’ – ein magischer Moment, in dem viel
Herzblut, viel Feingefühl, viel Piet Baumgartner steckt.» – Miriam Lenz, sda

Maschinen (Detail) © Stefan Tschumi


Die Künstlerinnen

Piet Baumgartner

www.pietbaumgartner.com

Rio Wolta
www.riowolta.com

Rahel Hubacher
www.rahelhubacher.ch