Internationales Festival des nacherzählten Films
Total Recall
Festival
«Mittlerweile ist das Festival eine Institution, deren minimale Logistik und maximaler Unterhaltungswert nicht zu überbieten ist.» Valentin Rabitsch, Live
Jeder hat es schon einmal getan, aber die wenigsten in aller Öffentlichkeit: Das Nacherzählen von Filmen ist eine weit verbreitete Kunst, die im Verborgenen blüht. Das will «Total Recall» ändern und bietet jedem, ob Filmfreak oder Soapfan, Gelegenheitskinogänger oder ausgewiesenem Cineasten, die Chance, im öffentlichen Wettkampf einen Film zu erzählen. Das Publikum ist die Jury und hat es nicht immer leicht zu entscheiden, wer die «Silberne Linde» gewinnt – ein Preis, der zwar (noch) nicht mit Geld, aber dafür mit sehr viel Ehre dotiert ist. Jeder kann sich bewerben und seinen Lieblingsfilm nacherzählen!
Die Spielregeln sind einfach: Filme aller Genres, auch einzelne Szenen oder Einstellungen können die Vorlage abgeben, jeder kann teilnehmen. Ablesen und technische Hilfsmittel sind verboten, zehn Minuten stehen zur Verfügung. Das Publikum stimmt in geheimer Wahl über jeden Beitrag ab; aufgrund dieser Stimmen wird die «Silberne Linde», der Preis für die beste Nacherzählung vergeben.
Die Idee des Festivals, das inzwischen zum vierten Mal in der Gessnerallee zu Gast ist, ist ungewöhnlich und einfach zugleich: In einer Zeit der Medien, Bild- und Reizüberflutung greift es auf die gute alte Form des Erzählens zurück.
«Ja, und dann macht einer den Hasen-Film von Til Schweiger fertig, und einer erzählt, wie es bei der ‹Brücke von Arnheim› wirklich war, und zwei Girls versuchen, die Bob-Komödie ‹Cool Runnings›, die sie als 9-jährige gesehen haben, auf die Reihe zu bringen. Und dann, ganz am Schluss, zählen die Organisatoren den Sieger aus, und Rambo freut sich.» Marcel Reuss, Tagesanzeiger
«Und so geht es am Ende wohl auch gar nicht so sehr um das Wort, das gesagt wird, sondern wie bei jeder überzeugenden künstlerischen Darstellung um die Übermittlung von Botschaften, die jenseits des reinen Wortes liegen, um Stimme, Gestik und Mimik, kurz: um die Gefühle, die transportiert und zum eigentlichen Motor der Nacherzählung werden. Die Sinnlichkeit des Erlebnisses entsteht vor allem aus der Dichte des Kontaktes zwischen Erzähler und Zuhörer – wenn einer vorn am Rednerpult sich seines Gegenübers bewusst wird, die Zuhörer im schönsten Wortsinn an seinen Lippen hängen und der Sog der Erzählung auf einmal dem der Leinwand gleichkommt.»
Magarethe Holzhey, Kunsthistorikerin
Jeder kann sich bewerben – einfach erinnern und erzählen!
Anmeldung bis zum 1.11.09 unter info@total-recall.org
