GINA
Eugénie Rebetez
Tanz / Theater
Die Performance «GINA» ist eine mit dem Körper erzählte Geschichte. Im Zentrum steht eine Figur, die uns durch ihre Widersprüchlichkeit und Selbstironie in Bann zieht. Komisch und erhaben zugleich träumt hier eine junge, energiegeladene Frau ihren Traum von einem aussergewöhnlichen Leben: im Scheinwerferlicht stehen und das Publikum zu Begeisterungsstürmen hinreissen. Gina ist eine Mischung aus der Schweizer Komikerin Zouc, die wie Eugénie Rebetez aus dem Jura stammt, und Josephine Baker, dem legendären Star der Music-Hall. Auch wenn Gina sich einzuhüllen weiss in ihre Fantasien und ihre verschwenderischen Rundungen, so ist sie doch allein, auf der Bühne wie im Leben. Sie ist gezwungen, sich über diese Einsamkeit lustig zu machen, um zu überleben. Als völliger Niemand möchte Gina vor dem Publikum zu jemandem werden. Mit ihrem sicheren Gespür für Kommunikation erkundet sie die Art und Weise, wie jeder sich vor der Welt darstellt: Was zeigen und was verbergen wir? Was geben wir zu, und was täuschen wir vor? Wer möchten wir gerne sein, und wer sind wir wirklich? Wohin wird Gina von ihrem Lebensdrang getrieben? Indem sie über ihren Körper lacht, setzt sie gängige Schönheitsnormen ausser Kraft, die hier sowieso nicht ins Gewicht fallen. Auf verwirrende und absurde Weise gerät Gina zuweilen buchstäblich aus ihren Fugen. Da kommt sie mit anmutigen Tanzschritten daher, um gleich darauf alle Regeln des Tanzes über den Haufen zu werfen. Sie singt, spielt und fällt der Welt in sämtlichen Sprachen ins Wort. Gina existiert, um uns ein Geschenk zu machen: das durchaus liebevoll gewidmete Spiegelbild unserer eigenen Verirrungen und Selbsttäuschungen.
Mit «GINA» realisiert Eugénie Rebetez ein Stück, in dem Tanz, Gesang, Musik und Theater von abgründigem Humor zusammengehalten werden. Mit der grösstmöglichen Unverfrorenheit durchstöbert die Performerin sämtliche Leitmotive der one-woman-show, um sich jedes für ihre eigene Welt anzueignen. Als Königin der Selbstironie und mit dem Mut zur Lächerlichkeit ist Eugénie Rebetez mit «GINA» eine komische und feinfühlige Seelenchoreografie gelungen.
«Schaut mir zu, sonst existiere ich nicht. Ich tanze, um mich lebendig zu fühlen. Meine Bewegungen sind wie die Hügel meines Dorfes. Ich würde gerne Sängerin-Tänzerin-Rockmusikerin werden. Jeden Tag zweifle ich an mir und an meinem Beruf. Ich will alles sehr gut machen. Ich weiss nicht, ob ich den Körper habe, den ich haben sollte, aber ich habe gelernt, meine Rundungen zu mögen, weil ich Überfluss mag. In Bezug auf meine Nationalität und meine Generation bin ich privilegiert. Kein Krieg, keine Not. Ich sollte glücklich sein. Und dennoch gibt es Traurigkeit in meinem Herzen.
Ich weiss nicht wohin, aber ich muss gehen. » Eugénie Rebetez
Konzept, Choreografie, Text und Spiel Eugénie Rebetez Original Musik Pascale Schaer, Eugénie Rebetez Ton Pascale Schaer Licht Tina Bleuler, Patrik Rimann Grafik Aude Lehmann Fotos Augustin Rebetez Produktion Verein Eugénie Rebetez Koproduktion Theaterhaus Gessnerallee Zürich Gefördert durch Stadt Kultur Zürich, Fachstelle Kultur Kanton Zürich, PREMIO Förderpreis 2008 / Migros-Kulturprozent, Fondation Nestlé pour l'Art, Pro Helvetia Schweizer Kulturstiftung, Ernst Göhner Stiftung Tanzhaus Zürich, Kaserne Basel Kooperation mit RESO - Tanznetzwerk Schweiz / Veranstalterfonds (ADC Genève, ADN Neuchâtel, Danse! AJDC Jura, SüdPol Luzern) Dank an Mervelier mon village
