Theaterhaus Gessnerallee

Robinson oder die Insel der Visionen

Sandra Strunz / Treibhaus Produktionen

Eine theatrale Feldforschung

Warum gehen Kinder meistens nicht gerne zur Schule? Warum sind Leistung, Druck und Strafe immer noch die wichtigsten Begriffe im Schüleralltag? Warum hat der Lehrerberuf in unserer Gesellschaft weniger Ansehen als der eines Arztes, Bankers, Managers, Pfarrers? Warum sind Schulen in reicheren Quartieren besser als in ärmeren? Warum scheinen Angepasstheit und Unauffälligkeit Hauptmerkmale erfolgreicher Schüler zu sein? Warum werden die Kinder durch eine «harte Schule» besser auf ihre Zukunft vorbereitet? Warum werden immer noch Fächer unterrichtet und nicht Kinder und Kompetenzen? Warum setzen wir in der Schule immer noch auf frühe Selektion, Fachunterricht, Notendruck und auf Konkurrenz statt auf Kooperation, Kompetenz und Integration? Warum verschleudern wir damit persönliche, kulturelle und ökonomische Ressourcen? Ist es wirklich so, dass wir uns eine Verbesserung des Schulsystems nicht leisten können? Oder wollen wir es nicht? Warum setzen wir nicht andere Schulsysteme ein, obwohl mehrfach bewiesen wurde, dass sie effektiver, erfolgreicher und wirtschaftlich sinnvoller sind? Warum ist eine Schulreform schwerfälliger und langsamer zu realisieren als eine Wirtschaftsreform? Wie müsste eine Schule aussehen, die eine Grundlage bildet für genau die Zukunft, die wir unseren Kindern wünschen?
Unsere Gesellschaft sitzt in der Mega-Krise. Wir verbessern unser Krisenmanagement und unsere Prophylaxen, können damit aber die Summe der Schäden nicht verringern. Leben wir ein falsches Leben? Wie wäre es, wenn wir trotz aller Ernüchterungen nochmals über eine Veränderbarkeit der Welt und über Utopien nachdenken? Wenn wir uns darüber Gedanken machen, in was für einer Zukunft wir leben wollen? Wenn wir die Krise als Chance sehen, eine neue Gesellschaft zu «erfinden» und Schule dazu den Grundstock legen würde?
Sandra Strunz und ihr Team denken mit den Mitteln der theatralen Feldforschung über eine offenere, freiere und lebensfreudigere Art der Bildung nach. In einer Mischung zwischen musikalischer Performance und dürrenmattscher Komödie wird das gefährliche Gelände der Utopien für Schule und Bildung untersucht. «Gott» schickt einige seiner tollsten Denker auf eine einsame Insel, mit der Aufgabe, eine Vision für seine Kinder zu planen. Eine Umwelt, ein Biotop zu erschaffen, das die Kinder zu Menschen erzieht, die fähig sind, eine menschenwürdigere Zukunft zu erbauen. Hannah Arendt, Jean Jacques Rousseau, Henry David Thoreau, Charles Darwin, Robinson Crusoe und andere planen, denken, streiten auf einer Südseeinsel über die Zukunfts-Lebens-Schule.

Konzept Sandra Strunz, Imanuel Schipper Regie Sandra Strunz Dramaturgie Imanuel Schipper Mit Matthias Breitenbach, Irene Eichenberger, Lara Körte, Linda Olsansky, Rainer Süssmilch Musik Rainer Süssmilch Bühne Dominic Huber Kostüme Selina Peyer Licht Christa Wenger Regieassistenz Michael Steiner Recherche, Dramaturgiemitarbeit Johanna Meier Ausstattungsassistenz Ines Wuttke Kostümassistenz Itziar Tesán Ourobia Produktionsleitung Cristina Achermann Koproduktion Theaterhaus Gessnerallee Zürich Gefördert durch Stadt Zürich Kultur, Fachstelle Kultur Kanton Zürich, Pro Helvetia Schweizer Kulturstiftung, Migros-Kulturprozent, Ernst Göhner Stiftung, Parrotia-Stiftung, Georges und Jenny Bloch Stiftung, Stiftung Mercator, Familien-Vontobel-Stiftung