Die letzten Tage der Ceausescus
IIPM (DE/CH/RO)
Theater
Reenactment des Ceausescu-Prozesses in rumänischer Sprache mit deutschen Untertiteln
«Die Tür quietscht wieder. Ein Soldat entwirrt die Stricke. Sie beginnen, die Ceausescus zu fesseln. Elena Ceausescu: » Zeitzeugenbericht
Keine der Diktaturen in Osteuropa war totalitärer als die des Nicolae Ceauscesu und keine wurde blutiger gestürzt. Die Aburteilung und Hinrichtung des Ehepaares Ceausescu bildeten den dramatischen Höhepunkt einer Revolution, deren Hintergründe bis heute ungeklärt sind. Erst in jüngster Zeit haben beteiligte Soldaten und Zivilpersonen ihr Schweigen gebrochen und machen eine Rekonstruktion dieses Ereignisses europäischer Einigung möglich. Was geschah wirklich in jenen Dezembertagen und wie kam es dazu?
Die Bilder der Aburteilung und Hinrichtung des Ehepaars Ceausescu am ersten Weihnachtstag 1989 haben sich als eines der mythischen Ereignisse der Weltgeschichte ins kollektive Unbewusste mehrerer Generationen von Fernsehzuschauern gebrannt. 20 Jahre später bringt das Institut für theoretisches und künstlerisches Reenactment IIPM dieses Urereignis der Wende mit 18 Schauspielern auf die Bühne. Auf Grundlage von authentischen Videodokumenten und Zeitzeugenberichten wird der letzte und berühmteste Schauprozess der europäischen Geschichte in originalgetreu nachgebauten Kulissen reinszeniert. Während der Recherche wurden zahllose Gespräche mit den am Sturz und der Hinrichtung Beteiligten geführt: dem General, der sie verriet, dem Offizier, der sie gefangen nahm, dem Soldaten, der sie erschoss und vielen mehr. Daraus wurden sechs Monologe ausgewählt, die den Prolog zum Prozess bilden und die Atmosphäre der Revolutionstage aus Euphorie, Unsicherheit und Verrat unmittelbar spürbar machen. «Die letzten Tage der Ceausescus» stellt die Frage nach dem Verhältnis von Vergangenheit und Gegenwart, nach der Kraft und Bedeutung von medial tradierten Bildern. Die Inszenierung zeigt, wie Geschichte gemacht wird, indem das Ereignis minutiös dokumentiert und szenisch in der Form des Reenactments wiederholt wird.
Mit Victoria Cocias, Constantin Cojocaru, Constantin Draganescu, Alexandru Mihaescu, Eugen Cristian Motriuc, Mircea Rusu Idee, Buch und Künstlerische Leitung Milo Rau Regie Milo Rau, Simone Eisenring Produktion und Dramaturgie Jens Dietrich Recherche Milo Rau, Jens Dietrich Video, Ton und Aufzeichnungsregie Marcel Bächtiger Bühne Anton Lukas, Silvie Naunheim Produktionsleitung Daniel Becksmann Öffentlichkeitsarbeit Yven Augustin Regieassistenz Daniel Becksmann, David Schwartz, Andreea Chiselev Bühnenbildassistenz Adrian Cristea Casting Florentina Bratfanof Fachberatung Thomas Kunze, Andrei Ujica, Daniel Ursprung Beratung Recherche Florin Sari Webmastering Franziska Dick Corporate Design Nina Wolters Aufführungsrechte schaefersphilippen Theater und Medien GbR Koproduktion Inszenierung Res Bosshart / KG Botschafter Berlin Koproduktion Filmaufzeichnung Langfilm Zürich / NFP Berlin Koproduktion Theaterhaus Gessnerallee Zürich, Teatrul Odeon Bukarest, HAU Berlin, Schlachthaus Theater Bern, Südpol Luzern Gefördert durch Pro Helvetia Schweizer Kulturstiftung, Migros-Kulturprozent, Ernst Göhner Stiftung, Hauptstadtkulturfonds Berlin, Kulturförderung Kanton St.Gallen, Kanton Luzern, Stadt und Kanton Bern, Schering Stiftung Berlin, Rumänisches Kulturinstitut Berlin, GGG Basel, Deutsche Botschaft Bukarest, Schweizer Botschaft Bukarest, Konrad Adenauer Stiftung (KAS), Goetheinstitut Bukarest, Osteuropainstitut der Universität Zürich
