Theaterhaus Gessnerallee

Gemüsebau

Marina Belobrovaja (CH)

Eine performative Installation

Gerade in Zeiten zunehmender Globalisierung der Märkte erfährt der Konsum von regional erzeugten Lebensmitteln einen wachsenden Zuspruch der Bevölkerung. Durch ein bewusstes Kaufverhalten sind VerbraucherInnen heute in der Lage, Entwicklungen auf dem globalen Lebensmittelmarkt mitzubestimmen. Allerdings stellt sich die Frage, ob ein konsequenter Konsum hochwertiger, biologisch erzeugter und gesunder Lebensmittel tatsächlich der weltweiten Produktionsmaschinerie von Nahrung entgegenwirkt. Denn nicht zuletzt die Schweiz versorgt den globalen Markt seit Jahrzehnten mit bewährten Dünge- und Unkrautvernichtungsmitteln sowie kostengünstigem Milchpulver aus der einheimischen Überproduktion und besitzt die weltweiten Patente auf Gen-Kartoffeln und Rinderwachstumshormone. Ist unser Bemühen um eine ethisch vertretbare Konsumption auf regionaler Ebene ein emanzipatorischer Schritt weg von der rein gewinnorientierten Agrarpolitik der Schweiz in weltweiten wirtschaftlichen Zusammenhängen oder vielmehr ihre Verschleierung? Ein Spaziergang durch den Schweizer Gemüsegarten, den Marina Belobrovaja vor dem Theater angepflanzt hat, soll in die Besonderheiten der regionalen Gemüseproduktion einweihen und über ihre Vor- und Nachteile informieren.

Idee und Realisation Marina Belobrovaja In Zusammenarbeit mit kunstpassanten.ch