32 rue Vandenbranden
Peeping Tom
Tanz
Im Rahmen der Zürcher Festspiele
Mit seiner erfolgreichen Trilogie «Le Jardin», «Le Salon» und «Le Sous Sol» war das in Brüssel beheimatete Kollektiv schon mehrfach in der Gessnerallee zu Gast. Für das neue Projekt «32 rue Vandenbranden» haben Gabriela Carrizo und Franck Chartier fünf neue Tänzer engagiert, die von der achtzigjährigen Tänzerin und Schauspielerin Maria Otal und der erfahrenen Mezzo-Sopranistin Eurudike De Beul begleitet werden.
Die Trilogie, die über vier Generationen die Geschichte einer aristokratischen Familie erzählte und deren Untergang beschrieb, schloss mit «Le Sous Sol» den Lebenszyklus der Familienmitglieder. Während die Trilogie ihr Augenmerk auf die inneren, familiären Beziehungen gerichtet hatte, führen uns Peeping Tom in ihrer neuen Produktion nun in die Aussenwelt. Am Ende einer Sackgasse sind ein paar Baracken versammelt: was macht die Abgeschiedenheit und Isolation mit zwischenmenschlichen Beziehungen?
«32 rue Vandenbranden» setzt sich mit dem Verhältnis zwischen Individuum und Gesellschaft auseinander. Wie organisiert man seinen Alltag? Welche Rollen spielt man, und wie geht der Einzelne mit den Rollen um, die ihm von der Gesellschaft auferlegt werden? Die neue Arbeit richtet ihren Fokus auf die inneren Kräfte, die jeden Einzelnen antreiben, ihn verändern und seinen Lebensweg bestimmen. Das Stück konzentriert sich auf die individuellen Entscheidungen und Beweggründe, stellt diese aus und schält sie aus dem Bewusstsein jedes Einzelnen.
Eine der wichtigsten Grundlagen für die neue Arbeit bildet Shoei Imamuras Film «The Ballad of Narayama», der eine isolierte Gemeinschaft darstellt. Innerhalb dieser Komune scheinen Rollenmuster und Bräuche verständlich und logisch. Von aussen betrachtet, können diese jedoch vollkommen anders interpretiert werden und unerwartete Reaktionen und Emotionen auslösen. Szenografisch gehen Peeping Tom wie immer von einer konkreten und realistischen Bühnensituation aus. Grosse Bilder und Fotografien schaffen eine filmische Atmosphäre, die den Zuschauer in eine vertraute Welt eintauchen lassen; eine Welt, die Kanäle zu seinen Empfindungen zu öffnen vermag.
Frederik Buyck
Konzept und Regie Gabriela Carrizo, Franck Chartier Kreation und Tanz Seoljin Kim, Hun-Mok Jung, Marie Gyselbrecht, Jos Baker, Sabine Molenaar, Eurudike De Beul (Mezzo-Sopranistin) Dramaturgie Hildegard De Vuyst, Nico Leunen Regieassistenz Diane Fourdrignier Tonkomposition Juan Carlos Tolosa, Glenn Vervliet Bühnendesign Peeping Tom Bühne und Umsetzung Nele Dirckx, Yves Leirs, Frederik Liekens Produktion Peeping Tom Management Frans Brood Productions Koproduktion Theaterhaus Gessnerallee Zürich, KVS Brussel, Künstlerhaus Mousonturm Frankfurt a. M., Le Rive Gauche Saint-Etienne-du-Rouvray, La Rose des Vents Villeneuve d'Ascq, Theaterfestival Boulevard In Zusammenarbeit mit Theater aan de Parade und Verkadefabriek‘s-Hertogenbosch, Cankarjev Dom Ljubljana, Charleroi / Danses Centre chorégraphique de la Communauté française de Belgique Speziellen Dank an Théâtre de la Ville (Paris) Gefördert durch Flämische Regierung
