Gessnerallee
Zürich

Trans:Plant

Émilia Giudicelli & Grégoire Paultre Negel

Seit ungefähr zwei Jahren ist die Choreografin und Tänzerin Émilia Giudicelli begeistert von dem Phänomen der «Pflanzlichen Intelligenz». Im Rahmen eines Langzeitprojektes entführte sie die Zuschauer*innen auf Touren in den Wald, zu kleinen hartnäckigen Pflänzchen an den Bucheggplatz und in blühende Felder.

Wenn wir die Natur und damit uns selbst noch eine Weile erhalten wollen, wäre es da nicht sinnvoll, mit den Pflanzen eine Kompliz*innenschaft einzugehen? Wenn wir unsere «vegetativen» Eigenschaften zulassen, schaffen wir es vielleicht irgendwann zur Photosynthese! Und wenn wir es wagen, «anders menschlich» zu sein, verändern wir unsere anthropozentrischen Perspektive.

Die aktuelle Arbeit «Trans:Plant» ist kollektive und organische Choreografie, in der die Zuschauer*innen zu Mitwirkenden werden. Mithilfe der polymorphen Musik von Grégoire Paultre Negel wirkt sie auf das vegetative Nervensystem ein und transformiert den Körper auf einer Reise durch pflanzliche und anatomische Vorstellungskraft.
Es kann sein, dass ein Gefühl von Gemeinsamkeit entsteht.

Émilia Giudicelli geboren 1985
lebt in Zürich. Seit etwa 10 Jahren arbeitet sie hauptberuflich als Tänzerin in rund 40 choreographischen Stücken, entweder an Nationaltheatern oder freiberuflich mit projektbasierten Kompanien in Spanien, Deutschland, Schottland, Belgien und der Schweiz. Im Jahr 2013 gründet sie zusammen mit Samuel Fried die Gruppe Fluoressenz. Zusammen schaffen sie mehrere Werke. Ab dem gleichen Jahr folgt sie dem MA CuP-Programm am Institut für Angewandte Theaterwissenschaft Gießen bei der Philosophin Prof. Bojana Kunst. Im Jahr 2014, im Anschluss an das einjährige Programm an der Abbaye de Royaumont (FR), initiiert sie die Künstlergruppe L'APPEL mit dem Schwerpunkt auf ortsspezifischen Vorschlägen. Im Jahr 2016 ist sie Gastchoreografin und Workshopleiterin für den Austausch überseeischer Kulturen in Brasilien und dem Libanon. Zu ihren jüngsten Arbeiten gehört die Gründung von NU zusammen mit Yannis Mandafounis. Émilia ist YAA, Youth Associated Artist an der Gessnerallee Zürich 2017/2018. In diesem Jahr 2018 unterstützte die Stadt Zürich mit einem Kulturpreis ihre choreografische und reflexive Forschung TRANS:PLANT Y, eine Zusammenarbeit mit Grégoire Paultre Negel.

www.emiliagiudicelli.com


Grégoire Paultre Negel geboren 1978
Nach einem Master-Abschluss in Literatur über Mallarmé in Paris 8 Saint Denis, einem Semester postkolonialer Literatur an der University of Port of Spain in Trinidad, einem Master-Abschluss in Audiovisualität und Radio an der Sorbonne Paris 4 und Werke mit der Pariser Szene der zeitgenössischen Musik (Jazz-Schulen, Presse-Assistent, ...) ging Grégoire 2008 nach New York, um als Dramaturg, Komponist und Sound-Designer für zeitgenössische Kunst und Filminstallationen zu arbeiten (Miami Art Basel, Guggenheim Collection, Kunstenfestivaldesarts, ...). Im Jahr 2010 arbeitete er für die Kreation/Tournee «Geschwister» in Brüssel, die zeitgenössisches Theater und neuen Zirkus mischte (Halles de Schaerbeek, ...). Im Jahr 2011 konnte er an der Prague Quadrennial auftreten, wo er auch Meisterkurse in Klangkreation an der DAMU Schule geben durfte. Im Jahr 2012 gewann Grégoire den Preis für Klangkreation an der Satis (Pariser Audiovisuelle Messe) für den Soundtrack des Wassermuseums Vittel und begann, Klangkreation (Dramaturgie und Design) an der Gobelins School in Paris zu unterrichten. Grégoire unterichtete Musik für verschiedene Vereine in Paris und beteiligte sich an der Gründung von Underground-Musik-Kollektiven. Im Jahr 2016 entstanden am Performing Art Forum in Saint Erme mehrere musikalische Kooperationen, unter anderem mit: Raphaël Vanoli, Bonno Lange, Arnaud Laprêt, Oddrun Lilja Jonsdottir (Projekt AMOJE). Im Jahr 2017 begann er als Dramaturg und Komponist für das Projekt Trans:plant Y mit Emilia Giudicelli für die Gessnerallee in Zürich (Premiere im Oktober 2018) zu arbeiten. Im Jahr 2018 schloss er sich seinem Kollegen Kassim Sanogo an, und erhielt dank SCAM/SACEM «draft of a dream» Förderung für seinen Film: «Gao, der Widerstand eines Volkes», wofür er die Musik komponierte.

www.gregoirepaultrenegel.com
 

Credits

© Ocean Antonyan
→ nicht sprachbasiert → Dauer: ca. 60 Min
Oktober
03 Do Halle
20.00
04 Fr Halle
20.00
05 Sa Halle
20.00