Gessnerallee
Zürich

24 Bilder pro Sekunde

Boris Nikitin / Kukuruz Quartett

Ein Raum zwischen Niemandsland, Filmset und White Cube. Darin sechs Tänzer*innen, ein Klavierquartett und ein Billboard. Sie wärmen ihre Instrumente auf, dehnen ihre Körper, begegnen sich, verlieren sich, verschwinden. Während das flackernde Licht einer Videoprojektion den Raum durchzieht, entwickelt sich langsam ein Beat, ein Puls.

Filme machen bedeutet, dem Menschen in 24 Bildern pro Sekunde beim Sterben zuschauen, so die berühmte Beobachtung des französischen Regisseurs Jean Cocteau. In einer Überblendung von Musiktheater, Tanz und Video eignet sich der neue Abend von Boris Nikitin diesen Satz an und richtet den Blick auf das Eingebunden-Sein unserer Körper in die Zeit. Was passiert, wenn sie organischen Prozessen unterworfen werden? Wann werden unsere Körper zum bewegten und sich bewegenden Bild, zu diesem fragilen Zustand, den wir Identität nennen?

Und was passiert, wenn dieses Bild zerbricht?

Nikitin schliesst mit «24 Bilder pro Sekunde» an seine Stücke «Versuch über das Sterben» und «Hamlet» an und entwirft ein musikalisches Gemälde über die Verwundbarkeit des Körpers, zwischen dokumentarischem Realismus, Appropriation-Art und Surrealismus. Dabei blickt der Abend nicht zuletzt auf das, was zwischen den Bildern, zwischen den Bewegungen stattfindet - auf die Lücken im Raum, auf das Vergehen von Zeit.

«24 Bilder pro Sekunde» ist eine Kollaboration mit dem Klavierquartett Kukuruz, der Choreografin Lee Méir und dem Videokünstler Georg Lendorff.

Credits

→ nicht sprachbasiert → Dauer: ca. 90 Minuten
März
18 Mi Halle
20.00
19 Do Halle
20.00